Bettina Kohrs

1970 in Glückstadt geboren und in Ravensburg aufgewachsen.
Lebt und arbeitet in Düsseldorf.

1991 - 1993Paris - ein Gastsemester an der Enseba bei Pierre Matthey
1993 - 1994Freie Kunstschule Ravensburg
1994 - 1996Studium an der Burg Giebichenstein in Halle bei Ronald Paris
1996 - 1999Studium an der Kunstakademie Münster bei Udo Scheel
1999 - 2002Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Siegfried Anzinger, Meisterschülerin von A. R. Penck
2002Akademiebrief der Kunstakademie Düsseldorf

Stipendien & Studienreisen

1998Europastipendium der Kunstakademie Münster nach Paris
2004Studienreise nach Buenos Aires, Argentinien

Einzelausstellungen (Auswahl)

2001Einzelausstellung in der Galerie Art&Henle, Berlin
2004Einzelausstellung Galerie der Kreissparkasse Ravensburg
2006Einzelausstellung Ballhaus Düsseldorf

Gruppenausstellungen (Auswahl)

1998Gruppenausstellung an der Facultad de Bellas Artes Madrid
2002»timewalk«, Kunstraum Düsseldorf
2004»Junge Malerei 2004«, Galerie Rainer Wehr, Stuttgart
2006»Über allen Türmen«, Präsentation der Sammlung, Schloss Achberg
Galerie Hölder, Ravensburg

Zur Malerei von Bettina Kohrs

»Das Zusammentreffen zweier Menschen, die Beschaffenheit von Oberflächen, Haut und Haar, delikate, leichte, feingewebte Stoffe, das Ineinandergleiten von Händen, Armen und Beinen, deren Kraft zu Bewegungslinien im Bildraum wird: In ihren großformatigen Ölbildern und feinen Aquarellen spürt die Malerin Bettina Kohrs den Facetten von Distanz und Nähe menschlicher Begegnungen nach.

Die kleinformatigen Aquarelle entstehen nach alten Fotografien. In ihrer Intimität scheinen sie einen Einblick in Geschichten zu gewähren, die dem Betrachter gleichermaßen fremd und vertraut erscheinen. Die Wahl der Fotovorlagen geschieht sehr bewusst und bezieht die besondere Beziehung zum Dargestellten ein, die der Blick des Fotografen entstehen lässt. In der malerischen Aneignung verselbständigt sich die Atmosphäre des Augenblicks. Das fragile, gleichsam fließende Material erinnerter Bilder wird in die transparenten Schichten der Malerei übertragen. Der sensible, mit großer Raffinesse eingesetzte Farbgebrauch lässt die Materialität der Oberflächen - Haut, Wasser, Gewebe - in ihrer Stofflichkeit spürbar werden.«

Magdalena Holzhey


»In den großen Nesselbildern [...] herrscht [...] eine sehr undeutsche Muße, wenn nicht Trägheit, das Dösen an einem Nachmittag, die Siesta hinter Gardinen, geschützt vor dem grellen Licht. Entspannte Körper, ausgestreckt über ein großes Format und doch in einem Raum sich konzentrierend. [...] Aber auch so etwas wie Sand, Strand, Draußensein drängt sich als Vorstellung in mehreren getüpfelten Untergründen auf. Spiele auf dem Sand, ein kurzer glücklicher Flug im Sprung nach dem Ball oder der ausgreifende Schwung einer Ballettpose oder einer Hängematte - in solchen Momenten gelingt die Komposition wie beiläufig. In anderen wiederum verklammern sich die Körper zur geometrischen Figur aus der Vogelperspektive, bedrängen sich im Tanz - oder ist es doch mehr Kampf als Tanz, mehr Abwehr als gewünschte Nähe?«

Dorothee Schäfer